Bundespräsident Joachim Gauck würdigt Detlef Kühn mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, überreicht durch Bürgermeister und Senator für Inneres und Sport des Landes Berlin Frank Henkel

"Man muss die Tugenden wieder pflegen,
nicht durch theoretischen Unterricht, sondern
eben dadurch, dass man selber Beispiel und Vorbild gibt."

(Helmut Schmidt)

Ein Leben mit Hunden für mehr Menschlichkeit
Detlef Kühn erhält das Bundesverdienstkreuz am Bande

Der Mittwoch begann wie ein ganz normaler, arbeitsreicher Tag. Detlef Kühn fuhr zur Landesgeschäftsstelle des Arbeiter-Samariter Bundes LV Berlin, um seine Aufgaben als stellvertretender Landesvorsitzender wahrzunehmen. Dass er viele Stunden ehrenamtlich in soziale Projekte investiert, gehört seit Jahr­zehnten zu seinem Leben. Was er leistet, ist ein Fulltime-Job. Zwar wünscht er sich manchmal schon etwas mehr Zeit für sich, doch als Ruheständler sich nur die Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen, kam für ihn nie in Frage.

Detlef Kühn ist Idealist, oft unkonventionell und sehr zielstrebig. Seine Ideen lässt er voller Energie zu Taten werden. Wenngleich er zu Beginn häufig noch Kopfschütteln erntet, schafft er es auf seinem Weg zumeist zu überzeugen und zu begeistern.

Tüchtig war er schon in seiner Jugend. Bereits mit zwölf Jahren kaufte er seinen ersten eigenen Hund, den Schäferhund-Mischling Harras, mit dem er nicht nur das Leben seiner Familie vor neue Herausforderungen stellte, sondern schon in seinen jungen Jahren Verantwortung für das Mitgeschöpf bewies und Wege fand, die Fähigkeiten des Hundes nützlich einzusetzen.

Daher wundert es kaum, dass er Mitstreiter suchte, mit denen er die Faszination der Arbeit mit dem Hund teilen konnte. Im Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) bzw. den ihm angeschlossenen Hundesport-Verbänden füllte er zahlreiche Funktionen mit Leben aus, beschritt als Ausbilder oft neue Wege, wurde 25-jährig jüngster Leistungsrichter, unterstützte maßgeblich in den 1970er Jahren den Sportgedanken der Leichtathletik mit dem Hund, die sich im Turnierhundesport etablierte.

Detlef Kühn reizte das für unmöglich Gehaltene. Er traute den Hunden so viel mehr zu, als das enge Korsett der Sportprüfungen seiner Zeit widerspiegelte. Ein Erdbeben in den 1980er Jahren und sein innerer Wunsch zu helfen gaben schließlich den Anstoß, das Können der Vierbeiner gezielt für den Katastrophenschutz zu formen. Er experimentierte, und da Probieren über Studieren geht, lernte er am erfahrenen Beispiel die Fähigkeiten und Grenzen der Hundenase einzuschätzen. Er tauschte sich mit Gleichgesinnten in der ganzen Bundesrepublik Deutschland aus und erkannte bald die Notwendigkeit einer internationalen Kooperation, um die Qualität der Ausbildung der Hunde und des Einsatzes von Rettungshunden weltweit zu verbessern.

1991 organisierte er in Berlin das erste internationale Symposium für Rettungshunde und formte die Idee der internationalen Zusammenarbeit, die bereits 1993 durch die Gründung der Internationalen Rettungshunde Organisation (IRO) Gestalt annahm. Auch in der IRO übernahm Detlef Kühn viele Funktionen vom Hundeführer und Einsatzleiter für Auslandseinsätze, qualifiziert durch den Mission Readiness Test (MRT), bis zum Leistungsrichter-Obmann und 1. Vizepräsidenten.

Im Rettungshundewesen verbanden sich seine Leidenschaft für den Hund mit seinem inneren Bedürfnis nach Menschlichkeit, und so endete seine ehrenamtliche Tätigkeit nie bei der Arbeit mit dem Hund. Die Liste der sozialen Projekte, für die er sich engagierte, ist lang. Besonders am Herzen lagen ihm stets die Jugendförderung und die Unterstützung von Randgruppen. So fordert in diesen Tagen besonders die Flüchtlingshilfe seine Energie.

Detlef Kühn scheut sich nicht vor unbeliebten Themen. Stets tritt er für jene ein, die sein Rechtsempfinden auf ihrer Seite haben und Hilfe benötigen. Das ist nicht immer populär, führt auch zu Anfeindungen und vielen menschlichen Enttäuschungen.

An diesem ganz normalen, arbeitsreichen Mittwoch, den 11. November 2015, ist es keine geringere Institution als die Bundesrepublik Deutschland, die Detlef Kühn für sein außergewöhnliches menschliches Engagement Danke sagen will. Die Berliner Hilfsorganisationen Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), Deutsches Rotes Kreuz (DRK), Johanniter Unfall-Hilfe (JUH), Malteser Hilfsdienst (MHD) sowie die Berliner Feuerwehren und das Technische Hilfswerk (THW) sind zusammengekommen. Die meisten kennen sich seit Jahrzehnten von gemeinsamen Einsätzen. Und doch - als Frank Henkel, Bürgermeister und Senator für Inneres und Sport des Landes Berlin die Laudatio für Detlef Kühn verliest, ist es ruhig im Saal, die vielen Facetten in seinem Leben faszinieren, verbinden und sind Eins. Und dann passiert das, was so gar nicht mehr normal ist, was zu Herzen rührt: Während Frank Henkel Detlef Kühn das Bundesverdienstkreuz am Bande am Anzug anbringt, drücken die Anwesenden ihre Begeisterung geschlossen mit Standing Ovation aus. Mit Gänsehaut lauschen wir dem 1. Musikzug der Berliner Feuerwehr, der die deutsche Nationalhymne spielt.

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